Schnappschuss oder Fotografie
Sobald Sie damit beginnen, ein Bild bewusst zu komponieren, werden Ihre Fotos keine Schnappschüssen mehr sein. Natürlich kann man in bestimmten Situationen ruhig auch hin und wieder spontan knipsen, denn auch solche Fotos haben durchaus ihren Reiz, wenn man an spontane Schnappschüsse bei einer Feier denkt.
Ein gutes Foto aber, ist sehr viel mehr als das. Es ist eine anspruchsvolle Dokumentation eines Objekts. Deswegen sollte ein gutes Foto so gestaltet sein, dass das Wesentliche in den Vordergrund rückt und das Foto somit eine Aussage erhält.
Um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen ist es wichtig, dass auch das Licht, bzw. die Belichtung entsprechend sind. Auf das Thema Belichtung wird in den folgenden Lektionen noch genauer eingegangen.
Nun, jetzt wissen wir schon einiges über die harmonische Bildkomposition, doch alleine nur damit muss immer noch kein großartiges Foto entstehen. Auch die Technik sollte dafür ausreichend sein, denn nur mit einer einfachen Schnappschusskamera wird das selten funktionieren. Um verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zu haben, benötigen Sie eine Kamera, bei der eigene Einstellungen, beispielsweise für die Blende, vorgenommen werden können. Auch bedarf es verschiedener Objektive.
Es gibt also eine Anzahl von Voraussetzungen, die einen Schnappschussfotografen von einem ernsthaften Fotografen unterscheidet. Wie bei allen Dingen im Leben, die man ernsthafter betreiben möchte, bedarf es dafür einiger Anstrengungen und nicht anders ist es bei der Fotografie. Doch wenn man schnell merkt, dass mit Wissen und einer guten Ausrüstung bessere Fotos gelingen, ist der Spaß immer mit dabei. Und das sind die Anstrengungen allemal wert.
Weiße Rosen: Schnappschuss und Fotografie
Jesusstatue: Schnappschuss und Fotografie
Kann man schlechte Bilder retten?
Kamera- und Softwarehersteller werben oft damit, dass Fehler bei der Aufnahme mal eben am Rechner korrigiert werden können. Ob nun die Belichtung oder der Bildausschnitt korrigiert werden muss, für jedes Problem gibt es bei Bildbearbeitungsprogrammen Tools (Werkzeuge), mit denen man diese Fehler ausbessern kann.
Diese Bildbearbeitungsprogramme sollen hier nicht verteufelt werden, denn sie können manchmal sehr nützlich sein, um Bilder nachzubearbeiten. Letztendlich stellt sich aber die Frage, ob man seine Zeit lieber mit dem Fotografieren oder dem Nachbearbeiten verbringen möchte. Ich bin sehr viel lieber mit der Kamera unterwegs, als stundenlang vor dem Rechner, um meine Fehler beim Fotografieren per Bildprogramm auszumerzen. Lieber versuche ich gleich an Ort und Stelle das bestmögliche Foto zu schießen, damit sich eine Nachbearbeitung erübrigt. Der gute Fotograf muss auch nicht nachbearbeiten, denn bei seinen Fotos stimmt alles, denn er weiß, dass sich schlechte Fotos auch durch Manipulationen und Tricks nicht wirklich retten lassen.
Nun sind Sie dran!
Wir sind nun am Ende unserer ersten Lektion angelangt und damit Sie das neu Erlernte direkt umsetzen können, gibt es nun eine kleine Aufgabe.
Finden Sie ein Motiv, von dem Sie zwei Fotos machen. Das erste Foto sollten Sie spontan knipsen, also einfach draufhalten und Auslöser drücken. Für das zweite Foto lassen Sie sich Zeit und berücksichtigen dabei die Regeln des „Goldenen Schnitts“. Platzieren Sie das Hauptmotiv an den optimalen Stellen des Bildformats. Anschließend erklären Sie, warum Sie sich für diese Bildkomposition entschieden haben und welche Aussage Ihr Foto dadurch bekommen hat. Anhand Ihrer beiden Fotos können Sie auch prima den Unterschied zwischen Schnappschuss und ernsthafter Fotografie sehen.
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