Lektion 1 – Bildgestaltung


Das erwartet Sie in Lektion 1


Lektion 1 behandelt die Bildkomposition oder den kreativen Bildaufbau. Sehr wahrscheinlich haben Sie schon einmal ein Foto oder Gemälde betrachtet und spürten intuitiv, dass es sich um eine besonders gute und harmonische Darstellung handelte. Diesen „Wow-Effekt“ hat man tatsächlich nur bei Bildern, die auf uns eine bestimmte Wirkung haben und bei denen einfach alles stimmig ist. Nun, wir erkennen solche Werke auf Anhieb, aber wissen Sie auch, warum diese Fotos eine perfekte Ausstrahlung haben? Eins ist schon klar, sie heben sich von Schnappschüssen erheblich ab. Erfahren Sie nun in Lektion 1 das Geheimnis großartiger Fotos!

Das Geheimnis der Harmonie

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Harmonie muss kein Geheimnis mehr sein, wenn man weiß, dass sie nur Mathematik ist. Das klingt ziemlich trocken nach Schulunterricht, aber ist hochinteressant, wenn man mit diesem Wissen anschließend in der Lage ist, ebensolche großartigen Fotos zu schießen.

Ein Mathematiker namens Fibonacci, der im Mittelalter lebte, fand eine Zahlenfolge (3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, usw.), aus der sich Aufteilungsverhältnisse ableiten lassen, die vom menschlichen Auge als sehr harmonisch wahrgenommen werden. Das bedeutet, dass der Mensch Strecken und Flächen im Verhältnis von etwa 3:5, 5:8, 8:13, 13:21, 21:34 usw. als harmonische Bildaufteilung empfindet.

Maler aus der Renaissance nutzten diese Erkenntnis in ihren Werken und entwickelten daraus den „Goldenen Schnitt“. Dabei werden wichtige Bildelemente und Blickpunkte an jene Stellen angelegt, wo sich die Teilungsachsen überkreuzen. Wenn Sie sich nun das folgende Bild anschauen, werden Sie diese sich überkreuzende Teilungsachse, den berühmten „Goldenen Schnitt“, erkennen. An dieser Stelle müsste sich das Motivelement befinden, das den Blick des Betrachters auf sich ziehen soll.
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Nun wissen wir, dass großartige Fotos kein Zufall sind, sondern Ergebnis einer harmonischen Bildaufteilung. Und diese Harmonie unterliegt Gesetzmäßigkeiten oder eben einer Zahlenfolge. Beispiele für harmonische Verhältnisse finden wir in der Natur, wie in den Gehäusewindungen einer Nautilus. Oder auch der Mensch selbst ist ein Beispiel für harmonische Verhältnisse, wenn wir einmal sehr genau die Verhältnisse der Strecken Scheitel-Bauchnabel und Nabel-Fußsohle betrachten. Sind diese Verhältnisse verschoben, verkürzt oder weichen sonst wie ab, empfinden wir das Gesamtbild als weniger ästhetisch.

Wenn Sie nun das nächste Bild betrachten, erkennen Sie anhand der überkreuzenden Teilungsachsen, die harmonische Aufteilung einer Nautilus.
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Selbst in der Psychologie ist der „Goldene Schnitt“ bekannt. So hat man beispielsweise herausgefunden, warum wir bestimmte Gesichter als sehr hübsch empfinden und andere weniger. Auch hier spielt die Geometrie eine große Rolle. Stimmen Augenabstand, Nase-Mund-Verhältnis usw. mit den Regeln des „Goldenen Schnitts“ überein, erkennen wir darin wieder die besagte Harmonie, die auf uns ästhetisch wirkt.