So rahmen Sie Ihr Aquarell in nur 5 Schritten perfekt ein

Bilder brauchen Schutz und empfindliche Aquarelle brauchen ihn ganz besonders. Informieren Sie sich daher, wie Sie Ihr Aquarell richtig rahmen und wie Sie es am besten in Szene setzen. Mit unserer 5-Schritte-Anleitung ist das Einrahmen ganz einfach.

Aquarell rahmen

Während sie früher nur für Skizzen von Ölgemälden genutzt wurde, ist die Aquarellmalerei heute einer der Königsdisziplinen der Maltechniken. Daher sollten Sie Aquarellgemälde auch königlich behandeln und mit der richtigen Einrahmung perfekt in Szene setzen. Wir zeigen Ihnen, wie das gelingt.

1. Finden Sie das optimale Passepartout

Damit das Bild seine Wirkung entfalten kann, empfehlen wir Ihnen ein Passepartout zu verwenden. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Passepartout im Bilderrahmen Passepartouts sind entscheidend für die Bildwirkung.

Passepartout-Farbe

Passepartout-Kartons haben meistens blasse Töne, zum Beispiel die Farben Creme, gebrochenes Weiß, Hellgrau, Gelbbraun, Sand oder Grün. Wir haben ein paar Tipps für Ihr Gemälde:

  • Frühe oder klassische Aquarelle: Sind die Farben des Bildes sehr zart oder ist das Bild sepiafarben, sollten Sie ein Passepartout in ebenso zartem Farbton wählen.
  • kräftige und abstrakte Aquarelle: Sind die Farben des Bildes sehr kräftig, können Sie auch beim Passepartout kräftigere Farben wählen.
  • Landschaftsaquarelle: Gerade bei Gemälden, in denen Grüntöne vorwiegen, eignen sich am besten hellgrüne oder blassgelbe Passepartouts. Wichtig ist, dass die Farbe mindestens eine Nuance heller als die Farben im Bild ist, damit es sich optisch vom Bild abhebt, aber nicht in den Vordergrund drängt.

Sie sind sich unsicher? Dann wählen Sie lieber eine neutralere Farbe. In unseren Ratgeber finden Sie weitere Tipps, wie Sie die richtige Farbe für ein Passepartout finden.

Passepartout-Größe

Um Ihr Bild ins rechte Licht zu rücken, ist es entscheidend, dass Sie die richtige Größe für Ihr Passepartout verwenden. Es gilt die Faustregel: Je größer das Bild, desto breiter sollte der Rand sein. Beachten Sie auch die Bilderrahmengröße, bevor Sie das Passepartout selbst zuschneiden.

Bei großformatigen Aquarellen ist ein Passepartout nicht unbedingt ratsam. Empfehlenswert sind stattdessen kompakte und mindestens 7 cm breite Holzrahmen mit Einlage oder Steg.

Unser Tipp: Legen Sie Ihr Bild auf dem Passepartout-Karton und probieren Sie aus, an welcher Position das Gemälde am besten zur Geltung kommt.

Bildeffekte mit Passepartout

Doppelpassepartout Ein Doppelpassepartout erzielt einen interessanten Tiefeneffekt.

Ein einfaches Passepartout ist Ihnen zu langweilig? Dann haben wir für Sie ein paar großartige Effekte, die Sie mit Passepartouts erzielen können:

  • Doppelpassepartout: Legen Sie zwei Passepartouts übereinander. Der innere Ausschnitt des unteren Passepartouts ist dabei kleiner als der des oberen Passepartouts.
  • Gold bemalte Schrägschnittkante: Malen Sie die Innenkanten des Passepartouts, die zum Bild zeigen, mit Goldfarbe an.
  • Farbumrandung: Versuchen Sie es bei einem Doppelpassepartout mit verschiedenen Farben für jedes Passepartout.
  • Linierungen: Linierte Passepartoutkartons haben eine besondere Struktur.

Unser Tipp: Wählen Sie für das innere Passepartout eines Doppelpassepartouts eine hellere Farbe. So lässt sich zusätzlich eine faszinierende Tiefenwirkung erzielen.

Setzen Sie die Effekte sparsam ein, damit sie nicht über das Aquarell dominieren. Bei manchen Bildern ist es ratsam, auf ein Passepartout komplett zu verzichten. Beispielsweise bei farbintensiven Miniaturen und großformatigen Aquarellen.

2. Wählen Sie einen passenden Bilderrahmen

Das Aquarell sollte zusammen mit dem Passepartout und dem Rahmen eine harmonische Einheit bilden. Wie ist der Stil Ihres Bildes? Danach sollten Sie entscheiden, ob auch ein gewagter Rahmen in Frage kommt.

bunte Bilderrahmen Bilderrahmen gibt es in den buntesten Farben. Was passt am besten zu Ihrem Bild?

Goldrahmen

Haben Sie sich schon einmal die Aquarelle in Museen und Ausstellungen angesehen? Dann haben Sie vielleicht festgestellt, dass in den meisten Fällen Goldrahmen verwendet werden. Daher eignen sich alte Goldrahmen oder entsprechende Reproduktionen besonders für die Rahmung von Aquarellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Holzrahmen

Holzrahmen eignen sich besonders für moderne Aquarelle aus dem 20. Jahrhundert. In den 20er Jahren war es Mode, Aquarelle in schwarz oder braun lackierten Rahmen zu präsentieren. Diese düstere Rahmung ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Wir empfehlen hellere Rahmen für Ihr Aquarell. Testen Sie zum Beispiel einen silbernen Rahmen.

Profil des Rahmens

Das Profil des Rahmens spielt bei der Auswahl eine untergeordnete Rolle. Zart gestufte, abgerundete oder schlichte und einfache Rahmenprofile sind jedoch am wirkungsvollsten.

Bilderrahmenglas

Neben dem Stil des Bilderrahmens sollten Sie sich auch über das Bilderrahmenglas Gedanken machen. Insbesondere interferenzoptisch entspiegeltes Glas (sogenanntes Museumsglas) eignet sich, um hochwertige Kunstwerke einzurahmen. Entscheiden Sie sich in jedem Fall für einen Bilderrahmen. Nur hinter dem Glas sind die empfindlichen Aquarelle vor Feuchtigkeit geschützt.

3. Glätten Sie Ihr Aquarell

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie Sie Ihre Aquarelle wirklich glatt bekommen? Denn oftmals wellt sich das Papier, nachdem man die feuchte Farbe aufgetragen hat.

nasses Aquarell Wurde das Aquarell mit viel Wasser gemalt, kann sich das Papier schnell wellen.

Wenn Sie das Aquarell in einen Bilderrahmen einlegen wollen, stört das gewellte Papier und macht die Arbeit unnötig schwierig. Beugen Sie deshalb am besten schon vor dem Malen vor und wählen Sie ein starkes Papier, dass sich nicht zu sehr wellt. Außerdem haben wir diese Tipps für Sie:

Vor dem Malen

Bevor Sie das Papier bemalen, sollten Sie es aufspannen. So verhindern Sie, dass sich das Papier während des Malprozesses verzieht. Dazu brauchen Sie:

  • Unterlage, die größer ist als das Papier, zum Beispiel festen Karton
  • Papier, auf dem Sie malen wollen
  • Nassklebestreifen
  • Schwamm

Feuchten Sie das Papier mit dem Schwamm an. Achten Sie darauf, dass das Papier nicht zu nass wird. Dann kleben Sie das Papier auf allen Seiten mit den Klebestreifen auf die Unterlage. Wenn das Papier trocknet, wird es kleiner und spannt sich. Wenn Sie nun malen, kann sich das Papier nicht mehr wellen.

Unser Tipp: Verwenden Sie anschließend ein Passepartout, damit keine Rückstände der Klebestreifen zu sehen sind.

Nach dem Malen

Ist Ihr Bild nach dem Malen gewellt, sollten Sie versuchen, das Bild zu pressen, zum Beispiel unter einem schweren Stapel Bücher. Idealerweise ist das Bild noch ganz leicht feucht, bevor Sie es pressen. Legen Sie es mit der Unterseite auf einen nicht färbenden Karton, bevor Sie die Bücher darauf stapeln.

4. Legen Sie das Aquarell richtig ein

Nachdem Sie Passepartout, Bilderrahmen und Aquarell bereitgelegt haben, können Sie das Aquarell einrahmen:

  • Legen Sie das Aquarell auf die Rückwand des Rahmens.
  • Das Passepartout legen Sie auf das Aquarell und richten es aus.
  • Befestigen Sie das Bild mit Klebestreifen.
  • Legen Sie die saubere Glasscheibe auf das Passepartout.
  • Das Bild legen Sie mit der Rückwand, dem Passepartout und der Glasscheibe in den Bilderrahmen.
  • Befestigen Sie die Rückwand mit den Klammern am Bilderrahmen.

Im Video zeigen wir Ihnen nochmals genau, wie Sie ein Bild richtig einlegen:

Unser Tipp: Benutzen Sie säureneutrale Papierklebestreifen. Damit wird das Aquarell nicht beschädigt.

5. Hängen Sie das Bild auf

Bei Aquarellen muss man beim Aufhängen einiges beachten. Hier unsere Tipps:

Sonneneinstrahlung

Insbesondere die Farben von Aquarellen verblassen sehr schnell. Achten Sie deshalb darauf, Ihr Bild an keinem Ort mit direkter Sonneneinstrahlung aufzuhängen.

Feuchtigkeit

Damit Ihr Aquarell keiner Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sollten Sie ein Passepartout verwenden. Das Passepartout verhindert, dass das Kondenswasser auf der Scheibe mit dem Bild in Berührung kommt. Außerdem sollten Sie beim Aufhängen des Bildes darauf achten, es in einem trockenen Raum anzubringen. Nur so können Sie Ihr Aquarell vor Feuchtigkeit schützen.

Übrigens: In unserem Ratgeber finden Sie noch mehr Tipps, wie Sie ein Bild richtig aufhängen.

Aquarelle richtig in Szene setzen

Um die empfindsamen Aquarelle richtig zu rahmen ist vor allem eines wichtig: Schützen Sie Ihr Bild gut durch Passepartout und Bilderrahmen. Der Bilderrahmen muss aber nicht nur funktional sein, sondern kann auch dafür sorgen, dass das Aquarell richtig in Szene gesetzt wird. Ältere Aquarelle kommen zum Beispiel durch barocke Bilderrahmen besonders zur Geltung. Oder versuchen Sie es doch einmal mit dem angesagten Vintage-Look für Ihr Aquarell.

Bildnachweis: Titelbild: © gettyimages/amoklv, Bild 1: © asbe, Bild 2: © RakicN, Bild 3: © flyfloor, Bild 4: © Yulia Plokhaya