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Lektion 10 - Portraitfotografie

Das erwartet Sie in Lektion 10!

Ein Portrait (oder auch Porträt) bezeichnet ein Bild von einem Menschen, der zumeist ab der Brust aufwärts abgebildet wurde. Das Ziel dabei ist es, die Persönlichkeit des abzubildenden Menschen so gut wie möglich dazustellen. Die Portraitfotografie lässt sich aber nicht nur mit Menschen umsetzen, genauso gut kann man diese auf Tiere oder Skulpturen erweitern.

Die Grundlagen für die Portraitfotografie stellen wir hier in dieser Lektion vor.

Rembrandts Licht

Die meist fotografierten Motive sind Landschaften, Blumen und nicht zuletzt Menschen. Jeder der sich eine Kamera kauft, hält damit auch Familie und Freunde im Bild fest.

Dabei spielt, wie zuvor in anderen Lektionen auch, das Licht eine entscheidende Rolle. Fotografie bedeutet: Malen mit Licht. Oder anders umschrieben, ist die Lichtführung ein wichtiges Element, das Fotografen für ihren Vorteil nutzen können.

Als Erstes gehen wir auf das Thema „natürliches Umgebungslicht“ ein, also das Licht, das wir am Tag vorfinden. Doch dieses Sonnenlicht kann sich im Tagesverlauf enorm verändern. Wir haben sicher schon alle von der magischen oder goldenen Stunde gehört, die Fotografen gern für ihre Fotografien nutzen. Diese magische Stunde haben wir in der ersten und in der letzten Stunde des Sonnenlichts am Tag. In diesen Stunden ist das Licht kräftig und sehr warm, was man auch prima für stimmungsvolle Landschaftsfotografien nutzen kann.

In der Mittagszeit dagegen finden wir bei Sonnenschein sehr hartes Licht vor, was die Farben schnell ausgeblichen wirken lässt. Nur wenn der Himmel bewölkt ist, wirkt das Licht wie durch einen Diffuser – also ideal für Fotografien. Manche Fotografen sprechen dann auch von der weltgrößten Softbox. Dabei kennen wir die Softbox aus der Studiofotografie, durch die das Studio- und Blitzlicht weicher gemacht wird. Es handelt sich dabei um einen Kasten, in dem die Lichtquelle installiert wird und durch den Einsatz von Diffusern das Licht softer wird.

Dennoch ist das natürliche wolkengefilterte Licht besonders schön und kann durch kein Blitzlicht ersetzt werden. Sollten Sie bei Ihrer Fotografie einen wolkenlosen Himmel vorfinden, können Sie schattige Bereiche auf der zu porträtierenden Person mit einem Reflektor aufhellen.

Es gibt jedoch auch eine Lichtführung, die bewusst die gängigen Regeln bricht und sich Rembrandt-Licht nennt. Rembrandt Harmenszoon van Rijn, der berühmte niederländische Maler, nutzte für seine Gemälde eine ganz eigene Art der Lichtführung. Dabei befindet sich die Lichtquelle weit links oder rechts vom Motiv. Dadurch wird nur eine Seite der Person beleuchtet, die andere Seite liegt nahezu im Dunkeln.

Durch diese einseitige Seitenbeleuchtung können dramatische Effekte erzeugt werden, weswegen diese Art der Lichtführung in der Portraitfotografie weit verbreitet ist und mit Vorliebe eingesetzt wird.

Den Einsatz von Blitzgeräten haben wir in der vierten Lektion schon angesprochen und wenn möglich, sollten Sie versuchen den Einsatz von Blitzgeräten zu vermeiden. Probieren Sie zunächst mit dem vorhandenen Licht zu arbeiten, was in der Regel auch das schönere Licht ist.

Zeigen Sie ruhig mal mehr…

Das klassische Portrait bildet zumeist nur ein Drittel einer Person ab. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gesicht. Wir möchten hier eine weitere Variante vorstellen: Das „Umfeld-Portrait“.

Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass der Fokus nicht nur auf die einzelne Person gelegt wird, sondern auch auf einen charakteristischen Teil seines Umfeldes. Das kann der Bauer auf seinem Feld sein, der Reiter im Pferdestall, der Künstler in seinem Atelier oder…wie Sie sehen, sind die Möglichkeiten sind unendlich! Das Umfeld verstärkt somit die Aussagekraft und erzählt etwas über die Person. Darin liegt der große Vorteil eines „Umfeld-Portraits“.

Hinweis: Nehmen Sie einmal eine Portraitaufnahme und verändern dieses als schwarz-weiß Bild. In vielen Fällen kann das Fehlen von Farbe einem Portraitfoto einen besonders interessanten Charakter geben und die Bild-/Aussagewirkung verstärken.

Das optimale Objektiv für die Porträtfotografie

Ist natürlich das Objektiv mit dem Sie gute Portraits machen können! Dies ist ein ganz kleiner Scherz, denn es gibt nämlich kein spezielles Portraitobjektiv.

Möchten Sie öfters Portraitaufnahmen machen, dann lohnt sich die Anschaffung eines mittleren, lichtstarken Tele mit einer Brennweite zwischen 100 und 200 mm. Dies ist eine persönliche Empfehlung und unterliegt keiner allgemeinen Gültigkeit. Ein solches Tele ist optimal, wenn Sie eine gewisse Distanz wahren wollen und den Hintergrund durch geringere Schärfentiefe ausblenden möchten.

Liegt der Schwerpunkt Ihres Interesses auf der Umfeld-Portraitfotografie, dann empfehle ich Ihnen ein gemäßigtes Weitwinkel-Objektiv mit einer Brennweite um die 35 mm (±10 mm). Mit einem Tele können Sie ebenfalls Umfeld-Portraitfotos gestalten, dann benötigen Sie jedoch ausreichend Platz zum Zurückgehen.

Der Körnungseffekt

Nur mit dem vorhandenen Umgebungslicht zu arbeiten, kann sehr reizvoll sein. Diese Art der Fotografie nennt sich available light photography. Reporter-Fotografen greifen dafür gern zu schnellen Schwarz-Weiß-Filmen. Diese Filme hatten (haben) hohe ISO-Werte von 1600, 3200 usw. und zeichnen sich durch eine deutliche Körnung aus. Diese kann zur Verstärkung des Bildausdruckes beitragen und kreativ genutzt werden.

Möchten Sie die Fotos von Ihrer Digitalkamera körniger gestalten, müssen Sie nicht mehr den ISO-Wert an Ihrer Kamera hochdrehen. Ihr Bild erhält dadurch nur mehr Rauschen, aber der Körnungseffekt muss nicht unbedingt wie gewünscht ausfallen. Fotografieren Sie daher lieber wie üblich mit kleinen ISO-Werten und fügen den Körnungseffekt mit einem Bildbearbeitungsprogramm später hinzu.

Und nun sind Sie dran!

In dieser Lektion ist wieder Ihre Kreativität gefragt. Machen Sie für den Anfang eine Aufnahme von einer Statue! Ob als klassisches Portrait oder als Umfeld-Portrait, dass bleibt Ihnen überlassen.

Als zweite Aufgabe machen Sie bitte ein Portraitfoto im Rembrandt-Stil. Am besten mit einem lebenden Objekt.

Für die dritte Aufgabe bitte ich Sie, ein farbiges Portraitfoto als schwarz-weiß-Foto umzuwandeln. Fügen Sie nach Wunsch Tönung oder Körnung zu.

Eine Kurzversion des Fotokurses können Sie hier herunterladen.