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Vorwort und Lektion 1 – Bildgestaltung

Herzlich Willkommen zum Online-Fotokurs! Dieser Kurs richtet sich an Anfänger und all jene, die sich überlegen, mit dem Hobby Fotografieren zu beginnen. Hier lernen Sie Schritt für Schritt, in 11 Lektionen, die Grundtechniken der Fotografie.

Auch wenn das Wort Technik ein wenig abschreckend klingt, werden Sie erfahren, dass mit ein wenig Wissen um Fototechniken, Bildaufbau oder den gezielten Einsatz von Licht, Ihre künftigen Fotos ansprechender, brillanter und harmonischer wirken werden.

Vielleicht haben Sie auch schon ein gutes Auge für Motive, aber bisher nur im Automatikmodus fotografiert? Und konnten nicht immer das gewünschte Ergebnis erzielen? Auch dann sind Sie beim Online-Fotokurs genau richtig! Denn hier wird Ihnen anhand von Fotobeispielen anschaulich erläutert, wie Sie Ihre Fotografiertechniken verbessern können.

Dieser Kurs behandelt ausschließlich die digitale Fotografie. Diese hat unter anderem den Vorteil, dass der Anfänger seine Bilder sofort anschauen und Veränderungen vornehmen kann, wenn das Foto nicht optimal geworden ist. Schon dabei setzt ein Lernprozess ein. Das autodidaktische Erlernen der Fotografie ist jedoch langwierig und mühselig, so dass es sich lohnt, sich das Basiswissen in einem Kurs anzueignen.

Mit der Fotografie ist es wie mit dem Auto fahren. Bis man das Erlernte intuitiv einsetzt, braucht es ständig praktische Übung. Deswegen heißt es nach dem Erlernen der Lektionen – fotografieren, fotografieren, fotografieren … und das sollte bei diesem schönen Hobby nicht schwer fallen.

Wenn Sie sich entschieden haben, diesen Online-Kurs mitzumachen, dann werden Sie nach den 11 Lektionen über ein gutes Basiswissen verfügen, das Ihnen zu tollen Fotos verhelfen wird, die später vielleicht Ihre eigenen Wände schmücken werden.

Die Motive dafür müssen Sie noch selbst finden, es sei denn, Sie besitzen an Ihrer Kamera schon einen automatischen Motivfinder. Dies nur als kleiner Fotografenscherz am Rande, denn auch wenn viele Kameras schon mit etlichen Programmen für die unterschiedlichsten Situationen ausgestattet sind, so bleibt die kreative Arbeit immer noch bei dem Fotografen selbst.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß bei unseren Lektionen und natürlich beim Fotografieren!

Das erwartet Sie in Lektion 1

Lektion 1 behandelt die Bildkomposition oder den kreativen Bildaufbau. Sehr wahrscheinlich haben Sie schon einmal ein Foto oder Gemälde betrachtet und spürten intuitiv, dass es sich um eine besonders gute und harmonische Darstellung handelte. Diesen „Wow-Effekt“ hat man tatsächlich nur bei Bildern, die auf uns eine bestimmte Wirkung haben und bei denen einfach alles stimmig ist. Nun, wir erkennen solche Werke auf Anhieb, aber wissen Sie auch, warum diese Fotos eine perfekte Ausstrahlung haben? Eins ist schon klar, sie heben sich von Schnappschüssen erheblich ab. Erfahren Sie nun in Lektion 1 das Geheimnis großartiger Fotos!

Das Geheimnis der Harmonie

Harmonie muss kein Geheimnis mehr sein, wenn man weiß, dass sie nur Mathematik ist. Das klingt ziemlich trocken nach Schulunterricht, aber ist hochinteressant, wenn man mit diesem Wissen anschließend in der Lage ist, ebensolche großartigen Fotos zu schießen.

Ein Mathematiker namens Fibonacci, der im Mittelalter lebte, fand eine Zahlenfolge (3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, usw.), aus der sich Aufteilungsverhältnisse ableiten lassen, die vom menschlichen Auge als sehr harmonisch wahrgenommen werden. Das bedeutet, dass der Mensch Strecken und Flächen im Verhältnis von etwa 3:5, 5:8, 8:13, 13:21, 21:34 usw. als harmonische Bildaufteilung empfindet.

Maler aus der Renaissance nutzten diese Erkenntnis in ihren Werken und entwickelten daraus den „Goldenen Schnitt“. Dabei werden wichtige Bildelemente und Blickpunkte an jene Stellen angelegt, wo sich die Teilungsachsen überkreuzen. Wenn Sie sich nun das folgende Bild anschauen, werden Sie diese sich überkreuzende Teilungsachse, den berühmten „Goldenen Schnitt“, erkennen. An dieser Stelle müsste sich das Motivelement befinden, das den Blick des Betrachters auf sich ziehen soll.

Nun wissen wir, dass großartige Fotos kein Zufall sind, sondern Ergebnis einer harmonischen Bildaufteilung. Und diese Harmonie unterliegt Gesetzmäßigkeiten oder eben einer Zahlenfolge. Beispiele für harmonische Verhältnisse finden wir in der Natur, wie in den Gehäusewindungen einer Nautilus. Oder auch der Mensch selbst ist ein Beispiel für harmonische Verhältnisse, wenn wir einmal sehr genau die Verhältnisse der Strecken Scheitel-Bauchnabel und Nabel-Fußsohle betrachten. Sind diese Verhältnisse verschoben, verkürzt oder weichen sonst wie ab, empfinden wir das Gesamtbild als weniger ästhetisch.

Wenn Sie nun das nächste Bild betrachten, erkennen Sie anhand der überkreuzenden Teilungsachsen, die harmonische Aufteilung einer Nautilus.

Selbst in der Psychologie ist der „Goldene Schnitt“ bekannt. So hat man beispielsweise herausgefunden, warum wir bestimmte Gesichter als sehr hübsch empfinden und andere weniger. Auch hier spielt die Geometrie eine große Rolle. Stimmen Augenabstand, Nase-Mund-Verhältnis usw. mit den Regeln des „Goldenen Schnitts“ überein, erkennen wir darin wieder die besagte Harmonie, die auf uns ästhetisch wirkt.

Teilen Sie Ihr Bild auf

Jetzt wissen wir, dass die Hauptelemente eines Motivs an ganz bestimmten Stellen positioniert werden sollten. Finden Sie innerhalb des Bildformats (Rahmen) diese Stellen heraus. Schon mit dem Nachdenken über die geeigneten Positionen, beginnen Sie mit der Bildkomposition. Dabei ist es nebensächlich, ob Sie das nun fotografisch machen oder zu Pinsel und Farbe greifen. Aber warten Sie damit noch ab, bis wir mit dieser Lektion zu Ende gekommen sind.

Die Umsetzung des bisher beschrieben „Goldenen Schnitts“ erscheint nicht unbedingt alltagstauglich, denn wenn wir kreativ sein wollen, würde ein Taschenrechner und das Jonglieren mit Zahlenreihen wohl arg dabei stören. Deswegen wird nun eine Alltags-Variante vorgestellt, die sich jeder leicht merken kann.

Dazu teilt man sich das Bildformat in horizontalen und vertikalen Dritteln auf. Auf dem nachfolgenden Bild ist diese Drittelung sehr gut nachvollziehbar. Innerhalb dieses aufgeteilten Bildformats entstehen vier Schnittpunkte, die künftig Ihren „Goldenen Schnitt“ markieren und an denen Sie sich orientieren können. Berühmte Künstler wenden diese Regel übrigens auch an, wie Sie an den nachfolgenden Bilder sehen können.

Hokusai: Welle

van Gogh: Aussäer

Einige Kameramodelle besitzen sogar schon die praktische Funktion, sich solche Gitterlinien im Sucher anzeigen zu lassen.

Damit Sie nun künftig diese Drittel-Lehre für sich anwenden zu können, bedarf es einiger Übung, um ein Motiv mit diesen gedachten Linien zu betrachten. In der Natur finden wir ab und zu schon vorgegeben Linien, wie den Horizont beispielsweise. Oft müssen wir uns diese Linien aber einfach vorstellen oder wir versuchen, die unsichtbaren Linien in einem Motiv zu finden, um uns an denen zu orientieren. Um diese unsichtbaren Linien in einem Motiv erkennen zu können, kann man einen kleinen Trick zur Hilfe nehmen.

Dazu kneift man die Augen vor dem Betrachten eines Motivs zusammen, bis man dieses nur noch schemenhaft erkennt. Wir stellen damit unsere Augen auf „unscharf“, damit Schatten und Umrisse deutlicher in den Vordergrund treten. Damit erkennen wir diese unsichtbaren Linien sehr viel besser.

Waldbeeren: mittig und dezentral

Drittelraster

Schnappschuss oder Fotografie

Sobald Sie damit beginnen, ein Bild bewusst zu komponieren, werden Ihre Fotos keine Schnappschüssen mehr sein. Natürlich kann man in bestimmten Situationen ruhig auch hin und wieder spontan knipsen, denn auch solche Fotos haben durchaus ihren Reiz, wenn man an spontane Schnappschüsse bei einer Feier denkt.

Ein gutes Foto aber, ist sehr viel mehr als das. Es ist eine anspruchsvolle Dokumentation eines Objekts. Deswegen sollte ein gutes Foto so gestaltet sein, dass das Wesentliche in den Vordergrund rückt und das Foto somit eine Aussage erhält.

Um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen ist es wichtig, dass auch das Licht, bzw. die Belichtung entsprechend sind. Auf das Thema Belichtung wird in den folgenden Lektionen noch genauer eingegangen.

Nun, jetzt wissen wir schon einiges über die harmonische Bildkomposition, doch alleine nur damit muss immer noch kein großartiges Foto entstehen. Auch die Technik sollte dafür ausreichend sein, denn nur mit einer einfachen Schnappschusskamera wird das selten funktionieren. Um verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zu haben, benötigen Sie eine Kamera, bei der eigene Einstellungen, beispielsweise für die Blende, vorgenommen werden können. Auch bedarf es verschiedener Objektive.

Es gibt also eine Anzahl von Voraussetzungen, die einen Schnappschussfotografen von einem ernsthaften Fotografen unterscheidet. Wie bei allen Dingen im Leben, die man ernsthafter betreiben möchte, bedarf es dafür einiger Anstrengungen und nicht anders ist es bei der Fotografie. Doch wenn man schnell merkt, dass mit Wissen und einer guten Ausrüstung bessere Fotos gelingen, ist der Spaß immer mit dabei. Und das sind die Anstrengungen allemal wert.

Weiße Rosen: Schnappschuss und Fotografie

Jesusstatue: Schnappschuss und Fotografie

Kann man schlechte Bilder retten?

Kamera- und Softwarehersteller werben oft damit, dass Fehler bei der Aufnahme mal eben am Rechner korrigiert werden können. Ob nun die Belichtung oder der Bildausschnitt korrigiert werden muss, für jedes Problem gibt es bei Bildbearbeitungsprogrammen Tools (Werkzeuge), mit denen man diese Fehler ausbessern kann.

Diese Bildbearbeitungsprogramme sollen hier nicht verteufelt werden, denn sie können manchmal sehr nützlich sein, um Bilder nachzubearbeiten. Letztendlich stellt sich aber die Frage, ob man seine Zeit lieber mit dem Fotografieren oder dem Nachbearbeiten verbringen möchte. Ich bin sehr viel lieber mit der Kamera unterwegs, als stundenlang vor dem Rechner, um meine Fehler beim Fotografieren per Bildprogramm auszumerzen. Lieber versuche ich gleich an Ort und Stelle das bestmögliche Foto zu schießen, damit sich eine Nachbearbeitung erübrigt. Der gute Fotograf muss auch nicht nachbearbeiten, denn bei seinen Fotos stimmt alles, denn er weiß, dass sich schlechte Fotos auch durch Manipulationen und Tricks nicht wirklich retten lassen.

Nun sind Sie dran!

Wir sind nun am Ende unserer ersten Lektion angelangt und damit Sie das neu Erlernte direkt umsetzen können, gibt es nun eine kleine Aufgabe.

Finden Sie ein Motiv, von dem Sie zwei Fotos machen. Das erste Foto sollten Sie spontan knipsen, also einfach draufhalten und Auslöser drücken. Für das zweite Foto lassen Sie sich Zeit und berücksichtigen dabei die Regeln des „Goldenen Schnitts“. Platzieren Sie das Hauptmotiv an den optimalen Stellen des Bildformats. Anschließend erklären Sie, warum Sie sich für diese Bildkomposition entschieden haben und welche Aussage Ihr Foto dadurch bekommen hat. Anhand Ihrer beiden Fotos können Sie auch prima den Unterschied zwischen Schnappschuss und ernsthafter Fotografie sehen.

Eine Kurzversion des Fotokurses können Sie hier herunterladen.